Abi light – Kein Punkt zuviel

Abitur bestanden

Wie soll das Abitur bestanden werden?

Unser Bengel hat nie einen Zweifel dran gelassen, daß er sein Ding macht. In jedem Alter. Sein Motto war irgendwie immer: “Nicht zu viel tun, lohnt nicht, ich komm schon durch”. Das ging mir meist gehörig gegen den Strich. Und ich machte mir Sorgen. Aber ich war auch zu bequem, ihn hin zu besseren Zensuren zu traktieren.

Was sollte ich noch sagen, als er mit seinem Abizeugnis ankam? Er hatte es geschafft. Mogeln wir uns nicht alle immerzu irgendwie durch?

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2 thoughts on “Abi light – Kein Punkt zuviel

  1. Cooles T-Shirt. Manchmal ist es eine Gratwanderung, die sich jemand zwischen Druck von aussen und Selbstfindung als Verteidigungslinie aufbaut, hinter der er sich uhnter anderem vor all zu viel Beachtung verschanzen kann, denn je schlechter oder besser die Leistungen in der Schule (oder auch später im Leben) sind, desto mehr fokussieren sich andere menschen darauf, denen man nicht entgehen kann. Nur so eine Idee.
    Mein Sohn hätte mit Sicherheit auch mehr “bringen” können, bevor er 18 war, aber ich habe ihm durch unserem Umzug von Österreich hierher eine Ehrenrunde gegönnt statt ihn mit 17 dort in einer sehr turbulenten Phase der ganzen Familie durch die Matura zu hetzen. Das kostete ihn zwar 2 Jahre Schulzeit, die er hier in Niedersachsen “wiederholen” mußte, aber in der Zeit wurde er erwachsen und sich bewußt, dass Schulleistung im positivsten Fall Fun-Sport ist oder andernfalls einer Risikoberechnung unterworfen werden muss, und ich denke, das ist ein Lerneffekt fürs Leben. Man kann es “Durchmogeln” nennen, aber eigentlich ist es realistischer und selbst-bewußter als ein Hin- und Herstürzen zwischen übergroßer Getriebenheit und Verzweiflung.

  2. Das mit dem Hätte-Müßte-Könnte ist so eine Sache. Als Eltern legt man es sich gerne zurecht.
    Andereseits: Kinder sind heute etwas derart Kostbares, daß es als Verbrechen gilt, sie sich selbst zu überlassen. Das Vertrauen, daß es sich schon richten wird, haben wir längst verloren. Ebenso wie das Gespür dafür, daß das Kind von der ersten Sekunde an eine eigene Persönlichkeit hat. Das Leben soll funktionieren, so die Kinder. Erst ist es Rechtschreibung und Zensur, dann der Umgang mit Computern, Alkohol und Drogen. Schließlich soll einem Beruf oder Partner des Kindes passen. Es ist immens schwer, das Kind zu nehmen wie es ist, so viele Hoffnungen sind mit ihm verbunden.

    Vor allem lastet heute auf dem Kind, daß es immerzu den Beweis erbringen muß, etwas leisten zu können und sein Bestes geben zu wollen. Wer von uns Erwachsenen wäre dazu wohl ständig bereit? Ich nicht. Schon mal gar nicht, wenn mir dieses Beste vorgeschrieben wird. Da schließt sich der Kreis: “Wir wollen doch nur Dein Bestes” soll als Rechtfertigung für alles dienen, was Eltern verlangen. Aber so wie der Apfel nicht schneller wächst, als er es eben tut, so lebt jeder sein ganz eigenes Leben. Liest sich so schnell und scheint banal, es aber dem anderen zuzugestehen, ist alles andere als einfach.

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